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Vorbilder des Heils – #7 Jona

Die Geschichte Jonas ist eine sehr eindrücklich und lehrreiche Geschichte. Es ist aber auch ein Leuchtfeuer der Gnade Gottes, wie selbst Dienste von gekränkten, verbitterten und undankbaren Dienern zu einem gesegneten Eden geführt werden können. Dabei betrachten wir zwei Personengruppen: die Seeleute, die Jona aus seiner Flucht Richtung Tarsis begleiteten und die Bewohner von Ninive, der assyrischen Hauptstadt.

Die Seeleute bei Jona

Lesen wir einführend die entsprechenden Bibelverse:

„1 Und das Wort des HERRN erging an Jona, den Sohn Amittais, indem er sprach: 2 Mach dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und predige gegen sie; denn ihre Bosheit ist vor mir heraufgestiegen. 3 Aber Jona machte sich auf, um vom Angesicht des HERRN weg nach Tarsis zu fliehen; und er ging nach Japho hinab und fand ein Schiff, das nach Tarsis fuhr; und er gab sein Fahrgeld und stieg in das [Schiff] hinab, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weg vom Angesicht des HERRN. 4 Da warf der HERR einen heftigen Wind auf das Meer, und es entstand ein großer Sturm auf dem Meer, so dass das Schiff zu zerbrechen drohte. 5 Und die Seeleute fürchteten sich und schrien, jeder zu seinem Gott; und sie warfen die Geräte, die im Schiff waren, ins Meer, um sich zu erleichtern. Jona aber war in den unteren  Schiffsraum hinabgestiegen und hatte sich hingelegt und war in tiefen Schlaf gesunken. 6 Und der Obersteuermann trat zu ihm und sprach zu ihm: Was ist mit dir, du Schläfer? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken, dass wir nicht umkommen. 7 Und sie sprachen einer zum anderen: Kommt und lasst uns Lose werfen, damit wir erfahren, um wessentwillen dieses Unglück uns trifft. Und sie warfen Lose, und das Los fiel auf Jona. 8 Da sprachen sie zu ihm: Tu uns doch kund, um wessentwillen uns dieses Unglück trifft! Was ist dein Beruf, und woher kommst du? Welches ist dein Land, und von welchem Volk bist du? 9 Und er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer; und ich fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. 10 Da fürchteten sich die Männer mit großer Furcht und sprachen zu ihm: Was hast du da getan! Denn die Männer wussten, dass er vom Angesicht des HERRN wegfloh; denn er hatte es ihnen mitgeteilt. 11 Und sie sprachen zu ihm: Was sollen wir mit dir tun, damit das Meer von uns ablässt? Denn das Meer wurde immer stürmischer. 12 Und er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer von euch ablassen; denn ich weiß, dass dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist. 13 Und die Männer ruderten hart, um das Schiff ans Land zurückzuführen; aber sie konnten es nicht, weil das Meer immer stürmischer gegen sie wurde. 14 Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen: Ach, HERR, lass uns doch nicht umkommen um der Seele dieses Mannes willen, und lege nicht unschuldiges Blut auf uns! Denn du, HERR, hast getan, wie es dir gefallen hat. 15 Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da ließ das Meer ab von seinem Wüten. 16 Und die Männer fürchteten sich vor dem HERRN mit großer Furcht, und sie schlachteten dem HERRN Schlachtopfer und taten Gelübde.“ (Jona 1:1-16)

Jona widerstand einer klaren und unmissverständlichen Anweisung Gottes – aus menschlich nachvollzierbaren Gründen, wenn wir uns etwas mit Assyrien beschäftigen. Er empfand kein Erbarmen oder Mitleid gegenüber den mehr als 120.000 Bewohnern von Ninive (siehe Jona 4). Wie leicht hätte Gott nun Jona ersetzen und den Ausruf durch jemand anderen realisieren können. Doch Seine Wege sind weit höher als unsere Wege!

Üblicherweise waren Seeleute „harte Kerle“ und mit jedem Wasser gewaschen. Der gewaltige, von Gott gesandte Sturm (Gott „warf“ ihn einfach auf das Wasser!) drohte ihr Schiff aber bersten zu lassen. Sie gaben jede Hoffnung auf Selbstrettung auf und schrien – ein jeder zu seinem Gott.

Als de Rettung ausblieb, wurde der tief schlafende Jona  geweckt. Die Überlegung, um wessentwillen dieses Unglück seine Lauf nahm, beantwortete Jona mit dem Hinweis auf seinen Gott, der das Meer und das Trockene gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt wussten die Seeleute bereits von der Flucht Jonas (Vers 10), es handelte sich also um eine gut deutbare Illustration der Allmacht Gottes – der auch das Meer gemacht hat.

Wir sollten erkennen, dass sie Seeleute Jona gegenüber weit mehr Barmherzigkeit zeigten, als dieser gegenüber Ninive. Sei versuchten es mit starken Ruderschlägen … diesen Ausweg ließ Gott nicht zu. Sie riefen zu Gott um Erbarmen ihnen gegenüber … das wurde (noch) keine Wirklichkeit. Jona musste ins Wasser geworfen werden; denn Ninive musste gerettet werden!

Die Bewohner von Ninive

Lesen wir hierzu Jona 3:

„1 Und das Wort des HERRN erging zum zweiten Mal an Jona, indem er sprach: 2 Mach dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr die Botschaft aus, die ich dir sagen werde. 3 Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive, nach dem Wort des HERRN. Ninive war aber eine außerordentlich große Stadt von drei Tagereisen. 4 Und Jona begann in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise weit, und er rief und sprach: Noch vierzig Tage, dann wird Ninive umgekehrt! 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott; und sie riefen ein Fasten aus und kleideten sich in Sacktuch, von ihrem Größten bis zu ihrem Kleinsten. 6 Und das Wort gelangte zum König von Ninive; und er stand von seinem Thron auf und legte seinen Mantel ab und hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche. 7 Und er ließ in Ninive, auf Befehl des Königs und seiner Großen, ausrufen und sagen: Menschen und Vieh, Rinder und Kleinvieh sollen gar nichts zu sich nehmen, sie sollen nicht weiden und kein Wasser trinken; 8 und Menschen und Vieh sollen mit Sacktuch bedeckt sein und sollen heftig zu Gott rufen; und sie sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das in ihren Händen ist. 9 Wer weiß? Gott könnte sich wenden und es sich gereuen lassen und umkehren von der Glut seines Zorns, dass wir nicht umkommen. 10 Und Gott sah ihre Werke, dass sie von ihrem bösen Weg umgekehrt waren; und Gott ließ sich des Übels gereuen, wovon er geredet hatte, dass er es ihnen tun wolle, und tat es nicht.“ (Jona 3:1-10)

Ein gewaltiger Segen dieser „Predigt“ Jonas, oder? Von Jona selbst lesen wir nur einen Vers später:

„1 Und es verdross Jona sehr, und er wurde zornig.“ (Jona 4:1)

Nicht umsonst hatte Gott Jona beauftragt, den Bewohnern von Ninive die Botschaft auszurufen, die Gott ihm sagen würde. Das tat Jona und die Bewohner – samt ihrem König – glaubten Gott und taten Buße!

Wenn wir diese beiden Bekehrungsgruppen betrachten, die (menschlich) auf diesen Propheten angewiesen waren, dann wird uns Gottes Allmacht, Treue und Liebe zu Verlorenen doch umso deutlicher, oder? Die Rettung der Seeleute, der Bewohner von Ninive und Gottes facettenreiches Wirken an Jona… Wie wunderbar und anbetungswürdig ist es, einen solchen Gott zu haben:

 

„Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und groß an Güte und Wahrheit.“ (Psalm 86:15)